Wildrattenplage

Was tun, wenn Wildratten zum Problem werden?

Gerade weil wir Rattenliebhaber sind und viele Leute nicht zwischen Wild- und Heimtierratte unterscheiden (können oder wollen), werden wir häufig angesprochen auf „Kanalratten“ und wie man diesen bei kommen kann.

Viele Tierliebhaber wollen den Ratten nicht schaden oder sie gar töten, möchten aber trotzdem eine Lösung finden, um sich der Wildratten in unmittelbarer Umgebung zur Wohnung oder dem Haus zu entledigen. Dies können auch wir als Liebhaber nachvollziehen und möchten Ihnen einige Tipps geben, wie Sie mit einer Rattenplage umgehen sollten.

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass die Rattenplage meist hausgemacht ist! Sie sind sich dessen vielleicht nicht bewusst und oft können Sie auch gar nichts dafür (das Verhalten von Nachbarn lässt sich leider kaum beeinflussen). Doch in allen Fällen entstehen große Rattenpopulationen nur dort, wo es auch ein ausreichend großes Nahrungsangebot gibt. Sie sollten sich also merken, dass so ziemlich alles, was uns als Nahrung dient, auch für Ratten eine gute Grundlage bildet.

Deshalb ist das oberste Gebot der Rattenbekämpfung: Entziehen Sie sofort die Nahrungsgrundlage!

Verdorbenes Essen oder Essensreste sollten auf keinen Fall für Ratten zugänglich gemacht werden. Da Ratten häufig in der Kanalisation leben, ist es ratsam niemals Lebensmittel durch die Toilette zu entsorgen. Dies wäre ja quasi der „Lieferservice“ für jede Rattenkolonie. Neuere Bäder sind mittlerweile standardmäßig mit Toiletten versehen, die eine Rückstauklappe besitzen. Diese dient eigentlich dazu, um Überschwemmungen der Kanalisation nicht bis ins Haus dringen zu lassen. Aber sie ist auch ein unüberwindbares Hindernis für Wildratten. Im Normalfall sollte der Besuch einer Wildratte durch die Toilette mittlerweile so gut wie unmöglich geworden sein.

Auch die Biomülltonne sollte immer fest verschlossen sein und falls der Tonnendeckel sich allzu leicht anheben lässt, sogar beschwert werden. Sollten Sie oder Ihre Nachbarn im Garten einen (offenen) Kompost haben, so brauchen Sie sich leider nicht zu wundern, wenn sich die Rattenpopulation in Ihrer Umgebung drastisch erhöht. Es gibt mittlerweile in Baumärkten und Gartencentern große und ringsum geschlossene Kompostbehälter aus Plastik zu kaufen. Diese sind absolut „einbruchsicher“ und schützen ihren Kompost vor dem Zugriff von Wildratten. Außerdem wird die Geruchsbelästigung durch die Kompostierung verhindert. Es ist also von Vorteil, sich einen solchen Kompostbehälter anzuschaffen. Übrigens sind diese nicht einmal sehr teuer und die Investition lohnt sich auf jeden Fall.

Haben die Ratten sich erst einmal vermehrt und ist die Population so groß, dass man von einer Plage sprechen kann, dann ist es sehr schwer diese intelligenten Tiere wieder loszuwerden. Meist helfen in einem solchen Fall leider tatsächlich nur der Kammerjäger und eine groß angelegte Tötungsaktion weiter. Eine Umsiedlung ist in der Regel ein recht unsinniges Unterfangen, da man niemals die gesamte Kolonie „erwischt“ und die Ratten einzeln ausgesetzt in einer fremden Umgebung sowieso kaum Überlebenschancen haben.

Aber bitte sehen Sie auch davon ab, selbst Rattengift zu kaufen und mit diesem gegen die Tiere vorzugehen. Da Ratten sehr intelligent sind und schnell lernen, was ihnen schadet (Giftköder), werden Sie feststellen, dass die meisten Rattengifte ohnehin keine langfristige Wirkung erzielen.

Die handelsüblichen Rattengifte funktionieren über blutgerinnungshemmende Wirkstoffe. Diese bewirken bei konstanter Aufnahme und somit Anreicherung im Organismus, dass der Nager innerlich verblutet. Leider ist mittlerweile bekannt, dass diese Tötungsweise bei weitem nicht so schmerzfrei ist, wie lange behauptet wurde. Da eine sehr extreme Überdosierung dieser Wirkstoffe zur Tötung notwendig ist, werden vor dem Eintritt des Todes oftmals die inneren Organe massiv angegriffen. Bei der Sektion vergifteter Ratten wurde festgestellt, dass die Organe sich teilweise sogar schon zersetzt hatten, bevor das Tier endlich seinen Tod fand. Dies ist extrem schmerzhaft und deshalb für jeden Tierliebhaber ein absolutes Tabu!

Außerdem gibt es mittlerweile auch in Deutschland große Populationen von Wanderratten, die gegen diese Art Gift immun geworden sind – dies rührt unter anderem von der falschen Anwendung des Giftes durch Laien her.

Besser geeignet sind Gifte, die bereits bei der ersten Aufnahme tödlich sind. Hier sind Kontaktgifte zu bevorzugen, die am Fell der Tiere haften bleiben und bei der Fellpflege von den Tieren aufgenommen werden.

Bitte informieren Sie sich ausführlich über die Wirkungsweise unterschiedlicher Giftköder. Suchen Sie nach Giften, die möglichst schnell und „human“ töten. Um keine Anwendungsfehler zu machen, lassen Sie die Vergiftungsaktion bitte nur vom Fachmann (professioneller Kammerjäger) durchführen. Aber auch hier sollten Sie sich nicht blind verlassen. Fragen Sie ganz genau nach, welches Gift verwendet wird und lehnen Sie Köder mit blutgerinnungshemmenden Mitteln ab!

Doch auch wenn die Vergiftungsaktion erfolgreich verlief, müssen Sie weiterhin penibel darauf achten, dass wilde Ratten niemals Zugriff auf Nahrungsmittel im Umfeld Ihrer Wohnung haben.

Sprechen Sie auch mit Ihren Nachbarn, wenn Sie den Eindruck haben, dass dort Aufklärungsbedarf besteht.

 

Wildratte(n) in der Wohnung

Es hat sich gemäß Erfahrungen Dritter als nützlich erwiesen, Weißbrot mit Nutella in einer Lebendfalle anzubieten, um den ungeplanten Gast fangen und wieder frei lassen zu können. Das führte zum Erfolg.
Die Tür von Lebendfallen sind wohl sehr laut beim Zuschnappen, das könne/solle man im Vorfeld mit Gummi- oder Filzplättchen dämmen, damit das gefangene Tier keinen zu großen Schrecken bekommt.
Manche raten dazu, zu vermeiden (Handschuhe), dass das Weißbrot nach Mensch riecht, allerdings dürfte das für eine Wilde, die sich in menschliche Behausungen verirrte, wohl irrelevant sein. Sinn und Nutzen dieses Ratschlags muss jeder für sich finden.