Anatomie der Ratte

Anatomie

Röntgenbild Röntgenbild einer ca. 12 Monate alten Rättin

Die Ohren


Ratten hören bis in den Ultraschallbereich (ca. 80kHz) hinein, weshalb man (wie eigentlich bei allen Tieren) sehr laute Musik und Geräusche in ihrer Nähe vermeiden sollte. Bei tauben Ratten sollte man sich über Rituale (z.B. Klopfen auf den Boden neben ihnen) ankündigen, damit sie sich nicht erschrecken, wenn man sie plötzlich greift/anfasst und beißen.

Die Zähne

zaehne 
Rattenzähne müssen gelb sein 🙂 Die Färbung ist der extrem harte Zahnschmelz (nur vorne, nicht rundherum). Wenn die Zähne nicht schön gelb-orange sind, ist das ein Grund zur Besorgnis. Es ist auch normal, dass die oberen Zähne vor den unteren Zähnen stehen. „Schiefe“ Zähne sind auch normal, da Ratten sozusagen einen geteilten Unterkiefer haben, der über eine Art Bindegewebe zusammengehalten wird. Das ermöglicht es Ratten die unteren Zähne bei Bedarf spreizen zu können, ähnlich wie eine Schere. Die Zähne selbst sind meißelähnlich gebogen und besitzen keine Wurzel, sondern sind tief im Gebiss verankert. Ratten besitzen vorne im Ober- und Unterkiefer vorne zwei Schneidezähne und hinten links und rechts je 3 Backenzähne – dazwischen ist eine Lücke. Rattenzähne wachsen regelmäßig nach, weshalb die Abnutzung sehr wichtig ist. Im Krankheitsfall und/oder Alter schaffen Ratten dies leider unter Umständen nicht mehr so gut, weshalb man immer auch beim regelmäßigen Check die Zähne kontrollieren sollte, um ein Einwachsen in den (gegenüberliegenden) Kiefer zu verhindern.

 

Die Nase

Nase
Die Nase ist das wichtigste Orientierungsmittel für Ratten, sie sind sogenannte Makrosmatiker (Nasentiere). Über die Rattennase läuft alles: Rudelmitglieder und Mensch erkennen, Futter finden und „zuordnen“, Eindringlinge erschnüffeln, etc. pp.

 

Die Vibrissen


Die Vibrissen sind das Navigationsgerät der Ratten 🙂 Die Vibrissen sitzen um die Nase, über den Augen, an der Körperseite und an der Außenseite der Beine. Sie helfen Ratten sich zu orientieren, aber auch zu fühlen, ob sich wer an schleicht. Sie sind sehr wichtig für blinde und/oder taube Tiere, da sie über die Vibrissen das entstandene Defizit auffangen.

 

Die Augen


Ratten sehen 360 Grad. Allerdings überschneiden sich ihre Gesichtsfelder nur gering, wodurch sie fast kein räumliches Sehvermögen besitzen. Auch Entfernungen können Ratten optisch nur schlecht abschätzen, da sie nur etwa auf einen Meter fokussieren können. Rotäugige Tiere sind zusätzlich beeinträchtigt im Sehen. Blinde Tiere kommen dennoch sehr gut klar, da die Augen für die Orientierung und das Leben im Rudel nicht so wichtig sind. Ruhende Objekte können Ratten außerdem schwerer ausmachen als Objekte in Bewegung.

 

Der Schwanz


Der Rattenschwanz ist die Verlängerung der Wirbelsäule. Entgegen aller Behauptungen ist ein Rattenschwanz nicht nackt, sondern behaart und dachziegelartig geschuppt. Er ist für Ratten sehr wichtig zur Regulierung der Körpertemperatur und dient oft auch als zusätzlicher „Arm“ beim klettern bzw. als Hilfe zum Ausbalancieren (s. Video).

 

Die Füße/Pfoten

 

Ratten besitzen vorne 4 und hinten 5 Zehen. Sie greifen mit den vorderen Pfoten, können sich mit den hinteren aber auch sehr gut festhalten. Die Pfoten sind, wie man auf dem Bild sieht, auch gelenkig, was einen großen Vorteil beim Klettern bietet (s. Video).