Ratten aus der Zoohandlung

Zooladenkäufe haben immer zwei Seiten.

Auf der einen denkt man „die ist sooo süß“, will ihr unbedingt ein schönes Leben schaffen bzw. ein Schlechtes ersparen und kauft sie. Als Zooladen-Ratz kann sie ja überall landen; als Schlangenfutter oder als „Spielzeug“ für irgendein Kind, was dann schnell das Interesse dran verliert. Man sollte sich aber dennoch immer darüber im Klaren sein, dass für jedes gekaufte Tier in einer Zoohandlung ein Anderes nachrückt. Im Grunde verurteilt man also ein weiteres Tier zu diesem fragwürdigen Schicksal, welches man dem Gekauften ersparen will. Noch dazu besteht bei Weibchen die Gefahr, dass sie trächtig sein könnten, und die Tiere u.U. nicht an die Hand gewöhnt sind oder einen seelischen Knacks weghaben, weil sie im Zooladen nur (wenn überhaupt) am Schwanz angefasst wurden, etc.

Damit sollen solche Käufe nicht verurteilt werden, aber es sollte eben sehr sehr gut überlegt sein.

Sehr fragwürdig sind allerdings Mitleidskäufe.
Käufe, wo die Motivation ist, dass es einem Tier doch so elend geht, es so angefressene Ohren hat durch die Grabmilben, etc. pp. In diesem Fall der Zoohandlung noch Geld zu geben, dass man deren „mangelhafte Ware“ (und nichts Anderes ist es in deren Augen letztlich) noch kauft, ist Unsinn.
Sinnvoller ist es, das Personal aufzuklären (oder vielmehr den Inhaber, was sicher effektiver ist), falls das alles nichts bringt, eine Anzeige zu erstatten, evtl. noch weitere Personen zu veranlassen, deswegen Meldung zu machen, etc. pp.
Also wirklich versuchen, etwas gegen die herrschenden Zustände zu unternehmen. Wer diese Tiere kauft, unterstützt nur den Zooladen bzw. die herrschenden Zustände.
Die Tiere werden in elendem Zustand ebenso verkauft, warum also sollte vom Inhaber dagegen etwas verbessert werden? Er macht mit dem elenden Aussehen der Tiere Geld, indem er das Mitleid der Leute anspricht…

So etwas sollte nicht unterstützt werden, wie der Verkauf von Tieren allgemein. Tiere sind keine Ware, und sollten so auch nicht behandelt werden.
Aber ein Mensch ist nun mal ein Mensch. Man kann manchmal nichts gegen die Liebe auf den ersten Blick tun…
Solange aber jedem bewusst ist, dass es Notfalllisten gibt, und der Kauf von Tieren nicht wider besseres Wissen erfolgt, sondern eine Ausnahme ist, ist auch dagegen nichts zu sagen.

Was kann man gegen schlechte Zooläden unternehmen?
Zuerst kann man das Gespräch mit dem Ladeninhaber suchen.
Das sollte ruhig und sachlich geführt werden, damit er nicht direkt abblockt. Solche Gespräche mit einem Verkäufer zu führen, ist weniger erfolgversprechend. Sie haben meist nicht die Befugnis Entscheidungen zu treffen oder genug Hintergrundinfos, was umsetzbar ist.
Sollte das alles nichts bringen, kann man den Zooladen beim Amtsveterinär anzeigen.
Im Downloadbereich auf der Seite des VdRD gibt es eine Musteranzeige. Die kann man sich herunterladen und ausdrucken.
Wenn man diese dann beim zuständigen Amtsveterinär einreicht, wird sie u.U. erstmal liegen bleiben, da Ratten nicht unbedingt zu den beliebtesten Tieren gehören.

Alternativ kann man eine Anzeige bei der Polizei machen. Dies dauert zwar evtl. länger, aber der AmtsVet ist so zum Handeln verpflichtet.

Zu sagen ist aber leider auch, dass evtl. Verbesserungen nach dem Besuch des Amtsveterinärs leider nur selten anhalten. Von daher ist es nicht verkehrt, nach einiger Zeit den besagten Laden noch mal aufzusuchen und zu kontrollieren.