Frischfutter

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Wir werden immer wieder gefragt, welche Lebensmittel als Frischfutter an Ratten verfüttert werden dürfen und welche Menge an Frischfutter pro Ratte optimal wäre.
Hier gibt es sehr viele unterschiedliche Angaben in der Fachliteratur, den diversen Internetforen und auf verschiedenen Ratteninfo-Seiten. Gerade als Anfänger in der Rattenhaltung, lässt man sich davon schnell beeindrucken und oftmals auch verwirren.
Wir möchten erklären, warum es so viele verschiedene Angaben und Ansichten zu diesem Thema gibt. Außerdem haben wir uns eine Frischfutterliste der besonderen Art ausgedacht. Aber dazu später mehr, denn erst einmal müssen ein paar ganz grundsätzliche Dinge über die Ernährung von Farbratten gesagt werden.

Streng genommen ist Frischfutter überhaupt nicht notwendig, wenn man ein gutes und ausgewogenes, speziell auf Ratten abgestimmtes Trockenfutter bereitstellt. Dieses sollte unbedingt als Alleinfuttermittel gekennzeichnet sein.
Futter, das für mehr als eine Tierart angeboten wird, ist im Prinzip immer ein Kompromiss, denn es wird keiner Tierart wirklich gerecht. Jede Gattung hat besondere Bedürfnisse in ihrer Ernährung, auf die es einzugehen gilt, und deshalb sollte auch jedem Tier nur spezielles Futter gegeben werden, das seiner Tierart entspricht.

In den meisten Trockenfuttermischungen (gilt ausschließlich für Alleinfuttermittel) für Ratten sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bereits in ausreichender Menge zugesetzt, sodass außer Wasser eigentlich kein weiteres Futter angeboten werden müsste. Ein gutes Trockenfutter für Ratten hat einen gewissen (aber nur kleinen) Fleischanteil, besteht hauptsächlich aus puren Getreidekörnern und besitzt auch einen geringen Anteil Ölsaaten (dazu zählen Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, aber auch Nüsse usw.). Trockenfrüchte sind eher ungeeignet, da sie viel Zucker enthalten (als halbwegs gesundes Leckerli jedoch nicht zu verachten sind) und oftmals stark abführend wirken. Der Napf sollte erst dann nachgefüllt werden, wenn auch das letzte Körnchen gefressen wurde, da sonst vorzugsweise die sehr kalorienreichen Ölsaaten aus dem Futter gepickt werden, während der Rest verschmäht wird. Auf diese Weise würde auch das ausgewogenste Futter zu einseitig.

Von selbst zusammengestellten Futtermischungen raten wir ab. Wie oben bereits erwähnt, hat jede Tierart ihre spezifischen Bedürfnisse was die Ernährung betrifft (s. auch Futterinfos unten).

Da wir aber unsere Tiere gerne verwöhnen, ihnen Abwechslung bieten möchten und unsere Ratten ihr Grünfutter einfach lieben, ist es selbstverständlich für uns Rattenhalter, dass wir zusätzlich zum Trockenfutter 1-2 mal täglich Frischfutter (auch Nassfutter oder Grünfutter genannt) an unsere Lieblinge geben.

Das Frischfutter kann man am Ende des Auslaufs im Käfig anbieten. So ist sichergestellt, dass das Ende des Freilaufs keine „Strafe“ für die Ratten ist, sondern alle gerne zurück in den Käfig gehen. Wenn man dann ein kleines „Büffet“ aus 2 Sorten und mehr bietet, ist die Freude noch größer 🙂 Im Sommer ist es bei Hitze auch sehr angenehm für die Tiere, wenn man ihnen das Frischfutter morgens und abends anbietet, so gammelt auch nichts unnötig vor sich hin.

Leider ist es uns nicht möglich, konkrete Mengenangaben für Frischfutter oder eine Art Standard-Fütterungsprogramm für Ratten zur Verfügung zu stellen. Der Grund dafür ist einfach: Ratten sind zwar recht gut erforscht, deren Ernährung in freier Wildbahn und Nährwertbedarf unter Laborbedingungen sehr ausführlich getestet, doch Laborbedingungen heißt, dass Ratten meist in 3er- oder 4er-Gruppen in Makrolonboxen ohne Auslauf (und somit nur mit sehr eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten) leben und ausschließlich mit Trockenfutter in Pelletform ernährt werden. Durch die Pellets ist gewährleistet, dass jede Ratte die immer gleiche Nährstoffmischung in meist recht konstanter Menge zu sich nimmt. Frischfutter ist bei all den Ernährungsstudien an Ratten leider (noch) nicht näher untersucht worden oder zumindest ist uns dies nicht bekannt. Auch der Kalorienbedarf von Ratten in Heimtierhaltung (mit großem Käfig und Auslauf) ist bisher nicht erforscht.

So können wir uns mit den Frischfutterempfehlungen nur auf unsere eigene Erfahrung berufen und hoffen, dass dies gesund und abwechslungsreich für unsere Ratten ist.

Als erwiesen angesehen werden kann jedoch die Tatsache, dass Ratten zu Übergewicht neigen und man deshalb gerade beim Frischfutter darauf achten muss, dass die Mahlzeit nicht allzu kalorienreich ausfällt.

Sehr gut sind alle Obst- und Gemüsesorten, die viel Wasser und gleichzeitig wenig Fette und Zucker enthalten. Grundsätzlich sollten Kerne im Obst entfernt werden (eine Ausnahme bilden hier die Kerne von Melonen und Kürbissen), da sie Blausäure enthalten und in größeren Mengen giftig sind. Verzichten sollte man auf stark blähendes Obst und Gemüse (zum Beispiel Steinfrüchte wie Pflaumen, Kirschen usw., sowie die meisten Kohlsorten) und Zitrusfrüchte (wie Mandarinen, Orangen usw.) da sie aufgrund der reichlichen Fruchtsäure nicht sehr bekömmlich sind. Im Prinzip kann man stark vereinfacht sagen, dass alle Lebensmittel, die für Säuglinge und Kleinkinder (Menschen) ungeeignet sind auch für Ratten nicht allzu bekömmlich sind.

Die optimale Menge des bereitgestellten Frischfutters kann man eigentlich nur für jedes Rudel individuell ermitteln, in dem man verschiedene Mengen an Futter ausprobiert. Beginnen die Ratten das Futter zu bunkern, bleibt viel davon unangetastet im Napf liegen oder ist der Kot der Ratten schon recht weich, dann war es wohl zu viel und sollte reduziert werden. Ist das Futter schon nach wenigen Minuten vertilgt oder streiten sich die Ratten übermäßig heftig darum, dann kann man ruhig ein paar Stückchen mehr zur Verfügung stellen. Außerdem sollte man neue Ratten erst langsam an Frischfutter gewöhnen, da der Magen- und Darmtrakt bei Tieren aus schlechter Haltung oft nicht an Nassfutter gewohnt ist und daher auf zu große Mengen meist mit Durchfall reagiert. Es hat sich bewährt, erst kleine Mengen zu füttern und allmählich zu steigern.

Es empfiehlt sich, das Futter entweder auf einen speziellen Spieß zu stecken und fest im Käfig aufzuhängen, sodass das Futter nicht weggeschleppt werden kann oder aber man schneidet das Frischfutter in mindestens genauso viele Stücke, wie Ratten im Rudel sind. So kann sich jede Ratte ein Stück schnappen (oder hat zumindest die Chance dazu) und es in einer ruhigen Ecke verspeisen. Meistens gibt es sogar die doppelte Anzahl Frischfutterstückchen. Das vermindert den Futterneid (der gerade bei Böcken recht hoch ist) doch erheblich. Legt man das Frischfutter an einem Stück einfach in den Käfig, so wird jede Ratte versuchen, das Stück an sich zu reißen und vor den anderen zu verstecken -> Streit ist vorprogrammiert.

Nun abschließend einige Erläuterungen zur Frischfutterliste und wie diese aufgebaut ist:

In der Liste enthalten sind viele (noch lange nicht alle) der Lebensmittel, die an Ratten verfüttert werden dürfen. Es gibt auch für den Menschen unbedenkliche Lebensmittel, die für Ratten jedoch giftig oder unverträglich sind. Diese sind natürlich in der Liste nicht enthalten. Sollte Euch auffallen, dass ein Lebensmittel fehlt, das Ihr aber gerne füttern würdet oder schon öfters gefüttert habt, dann kontaktiert uns doch bitte, und macht uns darauf aufmerksam.

Die Liste selber basiert im Prinzip auf Erfahrungswerten, die wir in unserer langjährigen Zeit als Rattenhalter gesammelt haben. Es ist also keine verbindliche Vorschrift, sondern lediglich eine Empfehlung, die sich in der Praxis bewährt hat. Unsere Ratten sind alle im Durchschnitt normalgewichtig, zeigen keine gesundheitlichen Auffälligkeiten und werden durchschnittlich alt.

Die Liste ist unterteilt sich in grüne, gelbe, rote Lebensmittel/Kategorien.
Die grüne Kategorie sind unbedenklich in beliebiger Menge verfütterbar. Die Kriterien hierfür sind, dass sie wenige Kalorien, meistens einen hohen Wassergehalt haben und gut bekömmlich sind (also nicht in größeren Mengen Durchfall verursachen oder ähnliche Beschwerden hervorrufen). Die Lebensmittel aus der grünen Kategorie dürfen also täglich auf dem Speiseplan stehen.
Die gelbe Kategorie enthält Lebensmittel, die recht viele Kalorien enthalten oder gar andere schädliche Zusätze. Zum Beispiel enthält Salat oft Rückstände von Düngemitteln (Nitrat), welches vom Körper in schädliches Nitrit umgewandelt wird und sich dort anreichern kann. Deshalb sollte Salat nicht allzu häufig gefüttert werden, obwohl er ansonsten gesund ist und wenige Kalorien enthält. Wir empfehlen die Lebensmittel aus der gelben Kategorie nur 2-3-mal pro Woche zu verfüttern.
Die rote Kategorie enthält Lebensmittel, die von Ratten zwar sehr gerne gefressen werden, aber reine Kalorienbomben sind oder in großen Mengen Beschwerden wie Durchfall verursachen. Diese sollten nur als Leckerli verfüttert werden, nicht jedoch als Frischfutter in größeren Mengen im Napf landen.

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