Altenpflege bei Ratten

Werden Ratten alt, verändert sich u.U. einiges.

Manche werden schwach oder sogar lahm auf der Hinterhand, und können dann (fast) nicht mehr klettern. In diesem Fall sollte man prüfen, ob der Käfig eine ausreichend große Grundfläche hat (mindestens 80x50cm, eher mehr), damit die Oldies trotzdem noch genug Bewegungsraum haben.

Wenn das Klettern nicht mehr klappt (manche schaffen es trotz schwacher Hinterhand), sollte man den Käfig mit Rampen versehen, aber darauf achten, dass man diese nicht zu steil anbringt, damit der Aufstieg für altersschwache Ratten nicht zu mühsam wird.

Mögliche Absturzstellen sollte man mit Hängematten absichern, damit der Senior sich bei einem evtl. Sturz nicht verletzt.

Die Pflege betreffend sollten die Zähne regelmäßig geprüft werden, ob sie zu lang sind, um sie (falls nötig) rechtzeitig vom TA kürzen zu lassen bzw. ein Einwachsen zu vermeiden.

Die Fellpflege schaffen auch alte Ratten in der Regel noch gut selbst. Unterstützend kann man mit einer Baby-Bürste ab und zu das Fell etwas kämmen, bei dreckigen Öhrchen (gerade wenn sie die Hinterbeine nicht mehr ausreichend zum „Ohrenputzen“ bewegen können) in Absprache mit dem Tierarzt Kamillenohrreiniger verwenden.
Werden sie inkontinent und regelmäßig feucht/nass zwischen den Hinterbeinen von Urin sind, sollte man sie auf den Unterarm/die Hand legen, mit dem Kopf zum Ellenbogen, und den Hintern in lauwarmes Wasser tauchen. Mit der anderen Hand kann man den Po säubern. So kann man bei Böcken in einem das Smega (s. unten) gut lösen, da es weich wird. Anschließend sollte man die Tiere in ein Handtuch einpacken, damit sie nicht auskühlen.

Man kann auch versuchen die Ratten mit einem feuchten Waschlappen zu säubern, aber davon geht a) der Uringeruch nicht weg, b) ist die Haut oft durch den Urin so gereizt, dass die Reibung schmerzhaft/unangenehm ist für die Tiere.

Auch die Krallen sollten regelmäßig überprüft werden, da diese gerade bei geringem „Gebrauch“ zu lang werden.

Werden die Auge trübe, sollte man vom Tierarzt überprüfen lassen, ob dies altersbedingt ist oder eine medizinische Ursache hat.

Da Ratten, wenn sie alt und/oder krank sind, schneller abnehmen als gut ist und man mittels Päppeln auffangen kann, schadet es nichts, wenn man Senioren im Vorfeld zufüttert (aber bitte nicht übertreiben!). Dazu eignet sich alles, was kalorienreich ist (z.B. NutriCal, etc.).

Hier sollte man drauf achten, dass es wirklich auch die Ratte bekommt, die es haben soll, was in einer Gruppe gemischter Altersklassen schwer ist, weil schnell mal einer der Jüngeren den Napf für sich erobert. Da ist es sinnvoll, die Oldies zu separieren (entweder alle anderen in den Auslauf in der Zeit oder die Senioren in den Auslauf und die Jüngeren im Käfig lassen z.B.).

Zu beachten ist bei älteren Böcken:
In der Hautfalte, in der der Penis steckt, kann sich Smegma ansammeln, was zu Entzündungen führen oder sogar die Falte komplett verstopfen kann. Hier sollte man täglich die Sauberkeit überprüfen.