Tierarzt finden

Oft kommt die Frage auf, woran man einen (guten) rattenerfahrenen Tierarzt erkennt.

Der Mensch neigt dazu, die Kompetenz eines Tierarztes danach zu beurteilen, ob er nett zu einem selbst ist. Natürlich spielt das eine wichtige Rolle, denn nur, wenn die Basis stimmt, fühlt man sich bei einem Tierarzt gut aufgehoben. Trotzdem sollte man das Zwischenmenschliche nicht allzu streng bewerten. Selbst ein fachlich völlig inkompetenter Tierarzt kann sehr nett und fürsorglich sein. Anders herum kann ein eher schroffer Tierarzt dafür fachlich sehr kompetent sein. Solange die Tiere liebevoll behandelt werden, und der Tierarzt sich gut auskennt oder zumindest bemüht ist dazu zu lernen und sich die Zeit nimmt, sich weitergehend zu informieren, sollte man also vielleicht nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen oder sich jeden Spruch zu Herzen nehmen – vorausgesetzt, man fühlt sich nicht völlig unwohl.

 

Deshalb hier ein paar grundlegende Fakten, die ein Tierarzt wissen/handhaben sollte:

  • Ratten können nicht erbrechen
  • Ratten dürfen vor einer OP NICHT nüchtern sein, aufgrund ihres schnellen Stoffwechsels
  • Das vermeintliche „Blut“ aus der Nase, wenn es einer Ratte schlecht geht oder sie gestresst ist, ist Sekret, kein Blut (zu erkennen an der Konsistenz und Farbe, noch dazu ist die Blutung bei richtigem Nasenblutung erfahrungsgemäß sehr heftig)
  • Ratten gegen Parasitenbefall zu baden ist heute nicht mehr üblich und überholt, sie können dagegen gespotted werden oder eine Spritze bekommen.
  • Er sollte nicht vergessen/unterschätzen, dass Ratten hart im Nehmen sind, was Schmerzen angeht und dem Halter zuhören/vertrauen, wenn er das Gefühl hat, es stimmt etwas nicht.
    Wir lesen oft, dass Halter oftmals gesagt bekommen, dass alles in Ordnung sei, solange die Ratte noch frisst, rumläuft oder der Tumor noch nicht platzt. Das ist kein Maßstab!
  • tastet/hört die Ratten ab
  • behandelt nicht bis zum bitteren Ende auf Bitten des Halters hin, sondern rät zu einer Euthanasie, wenn er sie für angebracht hält
  • Mycoplasmose haben praktisch alle Ratten. Viele Tierärzte diagnostizieren bei Erkrankungen der Atemwege Mycoplasmose, was so aber gar nicht über bloßes Abhören feststellbar ist. Diese Diagnose wird gern geäußert, wenn Medikamente nicht (mehr) anschlagen und Ideen ausgehen.

In den Rattenforen findet man Links/Ansprechpartner, die einem einen Tierarzt vor Ort nennen können. Aber hier sei zu bedenken, dass diese Listen in der Regel auf Empfehlungen von anderen Usern basieren.