Krankheiten/Symptome

Ganz wichtig: Ratten machen keine Geräusche und „reden“ auch nicht mit Menschen. Dieser „Idee“ begegnen wir immer wieder, weshalb wir es hier noch einmal explizit erwähnen. Sofern Ratten nicht gerade kabbeln oder sonst wie miteinander interagieren (spielen, groomen), machen sie keine Geräusche. Alles was man dann hört deutet auf Probleme mit den Atemwegen hin und sollte von einem Tierarzt abgecheckt werden.

Impfungen
Es gibt keine sinnvollen/notwendigen Impfungen für Farbratten.

Schmerzen/Schmerzgesicht bei Ratten

Eine Ratte mit solch mehr oder weniger dauerhaft halbgeschlossenen/schmalen Augen hat Schmerzen und sollte von einem Tierarzt untersucht werden.

massives Aufreiten

Es gibt durchaus Kandidaten, die so unter ihren Hormonen leiden, dass sie permanent aufreiten müssen, was sie selbst – und ihre „Opfer“ bzw. ihr Rudel – unter extremen Stress setzt. In diesem Fall ist eine Kastration eine regelrechte Erlösung für alle Beteiligten.

Verstärktes Beschnuppert-Werden im Genitalbereich
Das kann ein Zeichen sein, dass bei der Ratte, die sehr häufig beschnüffelt wird, etwas nicht stimmt, sie krank ist, etc. Oft ist es so, dass die Tiere nicht mal in Ruhe fressen können, da ihnen im wahrsten Sinne des Wortes ein Rudelkollege am Hinterteil hängt, sie selten mal längere Zeit Ruhe vor den anderen haben, etc. Hier sollte man durch einen Tierarzt abklären lassen, ob es eine medizinische Ursache gibt.

Milben (auch „Untermieter“ genannt)
Milben
Wunden durch starkes Kratzen oder Pusteln deuten auf „Untermieter“, also Milben, etc. hin. Übliche Kratzstellen, an denen man als Halter oft schon vorab einen Verdacht auf Milben & Co. festmachen kann: Kinn, Schulterblätter, Schwanzwurzel … Grabmilben z.B. verursachen aber auch warzenähnliche „Knubbel“ an den Ohren.
Trotz „Innenhaltung“ können sich Ratten sogenannte „Untermieter“ zuziehen (z.B. durch Heu im Käfig oder eben von Draußen, eingeschleppt durch den Halter). Fallen Macken im Fell auf, sollte zeitnah ein Tierarzt aufgesucht werden (Finger weg von Mittelchen aus dem Zooladen!). Nach einer Untersuchung des Fells bzw. einer Fellprobe unter dem Mikroskop durch den Tierarzt werden die Tiere üblicherweise gespotted (= ein Tropfen in den Nacken) mit einem entsprechenden Mittel (Stronghold, Dectomax, etc.).
Milbenbefall sollte zeitnah behandelt werden, und das korrekt. Eine längere Nichtbehandlung oder gar Fehlbehandlung (mit Zooladen-Mittelchen) kann den Tod der Tiere bedeuten. Untermieter stressen das Tier bzw. sein Immunsystem und können durch den Stress des Juckreizes auch zu bösen Streitereien im Rudel führen.

Humpeln/Pfote schonen
Die Ursache kann eine einfach Verstauchung sein, im schlimmsten Fall aber auch ein Bruch. Es kann mit einer Schwellung einhergehen, muss es aber nicht. Hier sollte man, wenn das Humpeln/Schonen nicht nach ein bis zwei Tagen wesentlich besser wurde, einen Tierarzt aufsuchen.

Krallen
Es wird oft in Foren gefragt, ob man Ratten die Krallen kürzen muss … Das ist nicht nötig. Die Krallen der Ratten nutzen sich von selbst ab, manchmal werden sie auch in Eigenarbeit von den Tieren gekürzt. Nur im Falle von alten Tieren sollte man die Krallen regelmäßig kürzen (falls nötig) bzw. dies vom Tierarzt machen lassen. Abgerissene Krallen bluten oft sehr stark. Wenn sich dies aber schnell wieder gibt (binnen Minuten), ist kein Tierarzt nötig. Hört die Blutung nicht auf, sollte dieser aber umgehend aufgesucht werden.

Zahnfehlstellung/zu lange Zähne

Hier muss man unterscheiden, ob die Zähne zu lang wachsen oder ob zudem noch eine massive Fehlstellung vorliegt, wie auf dem Foto. In der Regel können sie nur zu lang wachsen, wenn sie fehlgestellt sind. Die Ausmaße können unterschiedlich sein. Die Zahnkürzung kann nur vom Tierarzt vorgenommen werden. Inwieweit eine Ratte mit zu lang wachsenden (und damit regelmäßig zu kürzenden) fehlgestellten Zähnen leben kann, ist unterschiedlich. Zu Beachten ist aber, dass eine Kürzung, sofern sie per Fräsen vorgenommen wird, nur unter Narkose möglich ist.

Hinterhandlähmung, kurz HHL oder auch Hinterhandschwäche (Video)

Mit zunehmendem Alter werden Ratten (vorzugsweise Böcke) schwach auf den Hinterläufen, bis sie dann manchmal auch ganz lahm sind. Wie auf dem Bild zu sehen, liegen sie im ausgeprägtesten Fall dann hinten komplett auf dem Boden, während der Oberkörper/vordere Körperbereich unbeeinträchtigt ist. Die Ursache ist (unseres Wissens nach) noch nicht eindeutig geklärt. Bei manchen gibt es eindeutige Gründe (Verknöchern des Beckens, der Gelenke), bei anderen findet sich keine Ursache. Präventionsmaßnahmen sind uns nicht bekannt, außer die Tiere so agil zu halten wie möglich. Die Tiere können mit einer HHL bzw. Hinterhandschwäche sehr gut leben, solange man den Käfig entsprechend einrichtet (also keine hohen Etagen, Rampen, damit die Tiere die Ebenen gut erreichen können, keine Gitterebenen/-Rampen, damit sie nicht hängen bleiben können, etc.).

Schwanzwunden/Schwanzverletzungen
 
Schwanzverletzung
Hier sollte man versuchen, die Ruhe zu bewahren – auch wenn Schwanzwunden extrem bluten können (s. „Blut im Käfig“). Wenn die Blutung nicht nach einigen Minuten aufhört, sollte man dringend einen Tierarzt aufsuchen, damit das Tier nicht verblutet. Ist die Blutung gestillt, heilen Schwanzwunden in der Regel sehr schnell. Es kann allerdings (je nach Ausmaß der Verletzung) vorkommen, dass ein Stück Schwanz abstirbt oder abgenommen werden muss.
Muss der komplette Schwanz amputiert werden, muss man beachten, dass der Schwanz u.a. dazu dient, die Körpertemperatur zu regulieren. Gerade im Sommer muss man also besonders bei schwanzlosen Ratten drauf achten, dass ihnen nicht zu warm ist. Auch das Klettern kann (zumindest zu Anfang) erst einmal etwas schwierig sein, wenn „der fünfte Arm“ fehlt. Aber in der Regel lernen Ratten sehr schnell mit so etwas umzugehen.

Bumble foot/Ballenabszesse
bumble foot
Bumble foot/Ballenabszesse sind langwierige Erkrankungen, die – einmal richtig ausgebrochen – nie vollständig heilen. Behandlungsmethoden gibt es viele, der Halter muss leider testen, welche für seinen Patienten die richtige Methode ist. Bumbles stehen im Verdacht in Zusammenhang mit Mykoplasmose zu stehen.
Tipps, die Schmerzen zu lindern und die Heilung zu unterstützen sind: Den Käfig so weich wie möglich auszupolstern. Optimal geeignet sind Babynester, die man halbieren und an der Längsseite zu einem rechteckigen Kissen zusammennähen kann. Auch sollen Ringpflaster für Hühneraugen sehr gut helfen, um den Druck auf die schmerzende Stelle beim Laufen zu lindern.
Bumble-Patienten sollten auf Stoff oder Zeitung gehalten werden, da Kleintierstreu, Hanfreu, etc. die Wunden reizen oder Entzündungen verursachen/verschlimmern können.

„Knubbel“ ist nicht gleich „Knubbel“:
– Tumore

Tumore 
Ratten neigen zu Tumoren. Böcke bekommen in der Regel innere Tumore, Rattenweibchen sogenannte Mamatumore/Milchleistentumore. Operationen sollten bei einem rattenerfahrenen Tierarzt durchgeführt werden. Das Risiko der Streuung, und damit späterer/weiterer Tumore kann leider nie ausgeschlossen werden.
– Abszesse
Die Ursache für Abszesse kann eine OP sein (z.B. Unverträglichkeit der Fäden) oder eine (noch so kleine) Bisswunde. Wer noch nicht viele Erfahrungen mit Abszessen hat, sollte in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen, um die Notwendigkeit einer Antibiotika-Gabe abzuklären und/oder den Abszess öffnen zu lassen. Wichtig ist, dass Abszesse von innen heraus heilen und offen bleiben bzw. regelmäßig geleert/gespült werden, wenn sie unter die Haut reichen.
– verstopfte Talgdrüsen
Verstopfte Talgdrüsen sind unbedenklich. Sie müssen nicht einmal zwingend behandelt werden. Sollten sie größer werden oder sich negativ verändern, sollte man sie einem Tierarzt zeigen.

Rasieren
Rasieren
Rasieren bedeutet, dass sich die Ratte die Haare abknabbert, sodass nur noch Stoppeln übrig bleiben. Die Ursachen können vielfältig sein: einfach ein Tick, (Gelenk)Schmerzen, die Psyche oder aber ein Rudelmitglied rasiert andere. Hier sollte der Tierarzt aufgesucht werden, um im Ausschlussverfahren die Ursache zu finden.

Augentrübungen/Augenverletzungen, „Glasaugen“, etc.
Augenverletzungen  
Ratten sehen zwar nur bedingt gut und kommen auch blind gut zurecht, dennoch sollten natürlich auch Augenverletzungen ernst genommen werden. Sie sind äußerst schmerzhaft und können im schlimmsten Fall eine OP nötig machen, die wiederum ein großes Risiko für die Ratte ist.
Behandlungen mit Salben oder Augentropfen gelingen in der Regel sehr gut, auch wenn die Verabreichung für den Halter hier und da eine Herausforderung sein kann. Ursachen für Augenerkrankungen/-verletzungen gibt es viele: von einer Entzündung über eine Verletzung beim Kampf/Spiel bis hin zu einem Abszess/Tumor hinter dem Auge ist nichts unmöglich. Ein Tierarzt ist hier unumgänglich, um die Ursache festzustellen und entsprechend zu behandeln – zeitnah!

Blutspuren im Käfig oder bei der Integration

Blutspuren

Blutspuren durch Schwanzverletzung bei Integration

Blutspritzer im Käfig

Blutspritzer durch Nasenbluten im Käfig

Blutspuren im Käfig können viele Ursachen haben. Zuerst muss man herausfinden, ob es sich wirklich um Blut oder Sekret handelt. Wenn es Blut ist (dunkelrot), kann man u.U. an der Art der Blutspuren sehen, um welche Art der Verletzung es sich handelt.
An den Beispielbildern (vielen Dank an hexl dafür) sieht man Nasenbluten, bei dem durch Nießen das Blut sprenkelnd verteilt wird.
Auf dem anderen Bild sieht man längliche Blutspuren, teils verschmiert, von einer Schwanzverletzung.

Mykoplasmose
ist eine Faktorenkrankheit, die sich keiner konkreten Ursache zuordnen lässt. Sie benötigt mehrere Begleitumstände, um aufzutreten.
Eine Studie ergab, dass ca. 100% aller Ratten Myko haben, aber nicht alle daran erkranken. Es kann also sein, dass eine Ratte mit Mykoplasmose durchaus ohne Symptome alt werden kann.
Mykoplasmose wird oft von Tierärzten als Diagnose gestellt, lässt sich allerdings nur anhand umfangreicher Untersuchungen klar diagnostizieren. Nicht jede Erkrankungen der Atemwege ist tatsächlich durch Mykoplasmose verursacht, hier sollte man sich als Halter nicht verschrecken lassen.

Schiefkopf/im Kreis laufen
 

Bei einem Schiefkopf halten Ratten den Kopf, wie der Name sagt, schief. Das Ausmaß/der Winkel kann von minimal zu gravierend reichen, oftmals laufen die Ratten dann auch aufgrund Desorientierung im Kreis.
Die Ursache kann eine Mittelohrentzündung, Hirnhautentzündung oder eine Störung des Zentralen Nervensystems sein, etc.
Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Vitamin B, Cortison und ein gehirngängiges Antibiotikum (z. B. Chloromycetin). Die Heilungschancen stehen sehr gut, aber nicht immer wird der Kopf dann auch wieder gerade. Die Tiere lernen aber schnell damit umzugehen, solange ihre Orientierung sich ansonsten wieder normalisiert hat.

Ohrengeruch
Wenn die Ohren riechen, z. B. nach Eiter, sollten die Ratte dringend einem Tierarzt vorgestellt werden.

Würgen/Erbrechen
Ratten können nicht erbrechen. Allerdings können sie sich verschlucken und würgen. Das macht sich oft durch eine Art „hebelnde“ Bewegung der Ohren bemerkbar. Es bildet sich Schaum um das Mäulchen, oft farbig (in der Farbe des Trockenfutters z.B., das eben im Hals steckt), oft schieben sie dann auch den Mund über den Boden. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren, evtl. das Tier immer mal über Kopf zu halten und vorsichtig mit einem Wattestäbchen den Schaum aus dem Mäulchen zu holen. Bitte auf keinen Fall versuchen, ihr Wasser zu geben! In der Regel schaffen es die Tiere von selbst, dass alles wieder in Ordnung kommt. Sollte sich das Würgen aber über einen längeren Zeitraum ziehen und eher schlimmer als besser werden, bitte sofort zum Tierarzt gehen.

Niesen/Probleme der Atemwege
Atemwegsprobleme sind leider nicht selten bei Ratten. Sie reichen von „Taubengurren“ über „Pfeifen beim Atmen“ bis hin zu Atmen mit der Flanke/dem Bauch (sogenannte Flankenatmung). Man sollte bei dem geringsten Zweifel, dass etwas nicht stimmt, sofort einen rattenerfahrenen Tierarzt aufsuchen. Zu spätes Reagieren kann eine lebensbedrohliche Verschlechterung/den Tod bedeuten bzw. dazu führen, dass die Probleme chronisch werden und somit unbehandelbar sind.
Gleichzeitig ist aber zu erwähnen, dass bei einem reinen Schnupfen, bei dem die unteren (!) Atemwege noch nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, nicht gleich ein AB verabreicht werden muss. Viele Tierärzte unterschätzen leider, wie schnell Resistenzen bei Ratten erfolgen, sodass später u.U. das AB nicht mehr greift, wenn die Ratte es wirklich benötigt.

Sekret/(vermeintliches) Blut an Nase oder Augen

Was oft für Blut gehalten wird, ist das Hardersche Sekret. Dies tritt vermehrt auf, wenn Ratten krank sind, älter werden (und sich nicht mehr so häufig putzen bzw. das Immunsystem einfach schwächelt) und/oder Stress haben. Normalerweise ist es klar, wenn das Immunsystem aber eingeschränkt ist, kann es sich rot färben und tritt in Form einer „Blutnase“ z.B. vermehrt auf.

Nasenbluten
Hat eine Ratte (richtiges) Nasenbluten (Blut ist im Vergleich zu Sekret dunkelrot und eher dickflüssig, s. auch Bilder „Blut im Käfig“), kann das viele Ursachen haben. Tritt das Nasenbluten kurz auf, kann ein Tierarzt leider nichts machen. Man sollte es genau beobachten und bei weiteren Symptomen umgehend einen Tierarzt kontaktieren. Sollte es über mehrere Minuten anhalten, sollte man einen Tierarzt kontaktieren, und der Ratte die Ohren massieren (zur Kreislaufstabilisierung). 

Blasenentzündung
Ist der Urin verfärbt, tritt Eiter aus der Papille oder riecht eine Ratte im Genitalbereich streng nach Urin/Ammoniak, sollte dies von einem Tierarzt überprüft werden. Eine „simple“ Blasenentzündung lässt sich mit der Gabe von Antibiotika problemlos behandeln, sofern keine Blasensteine oder Nierenprobleme die Ursache sind.

Gebärmutterentzündung
Im Falle einer Gebärmutterentzündung kommt es zu Blutungen und/oder eitrigem Ausfluss/Geruch im Genitalbereich. Hier sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Oftmals fällt es aber selbst Tierärzten schwer eine Gebärmutterentzündung von einer Blasenentzündung zu unterscheiden. Man kann sagen: Geht es mit Antibiotika weg, ist es in der Regel eine Blasenentzündung. Anderenfalls sind die Heilungschancen bei einer Gebärmutterentzündung eine 50/50 Sache. Tritt bei einer Gebärmutterentzündung gar ein Scheiden- bzw. Gebärmuttervorfall/Darmvorfall (aus der Scheide oder dem After stehen Weichteile heraus), muss innerhalb kürzester Zeit operiert werden. Hierbei wird die weibliche Ratte tatsächlich kastriert bzw. der Darm entsprechend vernäht.

Übergewicht/Diät
Ist eine Ratte viel zu dick, raten Tierärzte oft zu einer Diät. Das ist so bei Ratten nicht praktikabel. Das Risiko von unentdeckten Mangelerscheinungen ist zu hoch. Man kann letztlich nur bewusst füttern, auf Dickmacher achten, etc. Ist das Gewicht erstmal da, bekommt man es kaum mehr weg. Noch dazu bildet sich die überschüssige Haut nicht zurück. Man sollte im Vorfeld auf eine nicht zu kalorienreiche gesunde Ernährung achten.
Da aber Ratten immer Trockenfutter zur Verfügung stehen sollte, kann man Übergewicht nur bedingt beeinflussen. Weibchen neigen zum Bunkern von Futter und Böcke dazu, den Napf zu leeren, egal ob sie satt sind. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass das gefütterte Trockenfutter ausgewogen ist.
Nicht immer ist aber eine Ratte wirklich zu dick! Alleine am Gewicht kann man das nicht festmachen, das Gesamtbild ist entscheidend. Und da Ratten im Krankheitsfall auch leider sehr schnell abnehmen, kann etwas „Puffer“ nicht schaden.

Durchfall
Durchfall kann verschiedene Ursachen haben. Ist es breiiger Kot, könnte zuviel (sehr wasserhaltiges) Frischfutter die Ursache sein. Das sollte sich aber binnen einem Tag bessern. Wird zu dem Zeitpunkt ein Antibiotikum gegeben, könnte es davon kommen. Ist es richtig wässriger Durchfall, sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen, damit die Ratte nicht dehydriert, und die Ursache gefunden und behandelt werden kann.

„farbiger“ Kot
Roter Kot kann nach dem Fressen von Paprika oder Rote Beete entstehen. Hier darf man sich nicht erschrecken.
Ertappt man seine Ratte(n) beim Fressen von Kot, hängt das damit zusammen, dass Ratten die darin nutzbaren Nahrungsbestandteile aufnehmen, um gesund zu bleiben. Das heißt nicht, dass ihnen bei der Haltung/Fütterung etwas fehlt. Es heißt lediglich, dass ihr Körper es beim ersten Verdauen nicht aufnehmen konnte, und da Ratten keine Wiederkäuer sind, regeln sie es auf diesem Weg.

Epilepsie
Wenn Ratten Anfälle haben, also von jetzt auf gleich panisch im Käfig umherspringen, sich u.U. im Käfiggitter verbeißen und dabei geistig total abwesend scheinen, danach mehrere Sekunden total durch den Wind sind, außer Atem und lange brauchen, bis sie wieder wie immer sind, kann das u.U. Epilepsie sein. Bitte die Tiere nicht anfassen, um sie auf den Arm zu nehmen, um sie zu beruhigen! In diesen Momenten sind die Tiere nicht bei sich und könnten sich verbeißen.
Bis man einen Tierarzt aufsucht, sollte man die Ratte noch ein paar Tage beobachten und sich Notizen machen über ihr Verhalten, wie häufig, in welcher Art und Länge die Anfälle auftreten, in welchen Momenten und wie lange der Patient braucht, um sich davon zu erholen. Das alles bietet dem Tierarzt viele hilfreiche Infos zur Diagnosestellung.
Sofern die Anfälle nicht zu gravierend sind, kann eine Ratte mit Hilfe von Medikamenten sehr gut leben. Sichert man den Käfig gut ab (keine Verletzungsgefahr im Falle eines Anfalles, kein Abstürzen, etc.), kann sie trotzdem sehr alt werden 🙂
Diese Anfälle sollten nicht mit Erstickungsanfällen verwechselt werden, bei denen Ratten das Mäulchen weit aufreißen und in der Regel sichtbare Flankenatmung haben!

Zähne knirschen/knuspern, vermehrtes „Schmatzen“, „glubschen“
Ratten „glubschen“ oft mit den Augen, wenn sie total entspannt sind und es ihnen gut geht, z.B. wenn sie gestreichelt werden oder mit ihren Rudelkollegen zusammen liegen und vor sich hin dösen.
Allerdings kann das Glubschen und vor allem das Zähneknirschen auch ein schlechtes Zeichen sein. Wenn Ratten krank sind, Schmerzen haben, sie unter Stress stehen oder sich unwohl fühlen, dann ist dieses Verhalten auch ein Ausdruck dafür. Also sollte man beim Knuspern und Glubschen immer auf den Kontext achten: Welche Situation besteht und wie fit ist der entsprechende Ratz?

rote/orangene Schuppen
Diese roten Hautschuppen sind eigentlich nur bei Böcken zu beobachten, überwiegend in der Region entlang der Wirbelsäule und zwar meist im Alter, wenn sich die Ratten nicht mehr so weit nach hinten drehen können, um diese Stellen zu putzen. Die Schuppen sind meist unbedenklich (können aber auch das Zeichen einer Erkrankung der Haut oder der Leber sein), auch wenn sie nicht schön aussehen. Oft scheinen die Ratten auch Juckreiz zu haben, wenn die Schüppchen auftreten. Man kann ihnen mit einer Babybürste die Schüppchen aus dem Fell bürsten, falls sie sich das gefallen lassen.