Ratten richtig transportieren

Wie transportiert man Ratten sicher?

Nicht, indem man sie sich auf die Schulter oder in die Jackentasche steckt. Man sollte Ratten auch nicht auf einen Kaffee mit zu Bekannten oder mit in die Schule nehmen, um mit ihnen anzugeben.

Ratten haben draußen nichts verloren. Es sind zu viele Reize, die sie verschrecken könnten (laute, unbekannte Geräusche) und zu viele Gefahren (Lungenentzündungen oder andere Krankheiten).

Manche Halter halten es für eine gute Idee, ihre Ratten auf dem Balkon laufen/sich sonnen zu lassen. Die Motivation ist sicher gut, doch besteht die Gefahr, dass ein Greifvogel (oder Nachbars Katze) sich die Ratten holt oder dass die Tiere einen Sonnenstich/Hitzschlag bekommen. Auch ist es keine gute Idee, den Ratten in einem abgetrennten Bereich im Garten Auslauf zu geben. Es kommt oft das Argument, dass die Tiere das mögen, und ihr Näschen in die Höhe strecken. Das nennt sich „wittern“ und hat nicht automatisch zu bedeuten, dass es den Ratten gefällt (s. Rattiges Verhalten).

Hier können sich die Ratten schnell etwas über das Gras einfangen, weil nachts Wildtiere dort Kot abgesetzt oder ihre Markierungen hinterlassen haben, etc. Ganz zu schweigen eben vom Risiko der Atemwegserkrankungen.

Geeignete Transportboxen

Sollte ein Transport zum Tierarzt nötig sein (oder zur Urlaubsbetreuung oder etwas ähnlich Wichtigem), dann sollte dies in einer Transportbox geschehen. Diese sollte ausreichend groß sein. Je nach Größe und Umfang der Tiere wäre eine Aladino Large von Ferplast z.B. für 2-3 Tiere ausreichend. Diese Transportboxen haben allerdings den Nachteil, dass man schnell mal ein Pfötchen eingeklemmt hat, wenn die Ratten zu vorwitzig sind.

Reisen mehrere Tiere mit, eignet sich z. B. eine Discovery Compact von Savic. Je mehr Tiere es sind, desto größer sollte auch die Grundfläche werden. Auch geeignet sind kleine Katzentransportboxen (aus Plastik, keine Weidenkörbe). Hier sollte man aber prüfen, ob die Vierecke des Gitters zu groß sind für flexible Ratten, und es zusätzlich vergittern, falls nötig. Ungeeignet sind auch Transportboxen mit Plastikgitter, da das sehr schnell durchgenagt werden kann, gerade wenn man am Lenkrad sitzt und die Ratten nicht beaufsichtigen kann.

Ausstatten kann man die Transportbox je nach Wetterlage mit Zeitung/Zeitungsschredder, Zewa, Klopapier oder Handtüchern. Bei Handtüchern sollte man daran denken, dass Ratten in den Schlingen von Frotteetüchern hängen bleiben können. Und z. B. Ratten mit Hinterhandlähmung können sich daraus oft nur schwer befreien.

Auf keinen Fall geeignet sind für Ratten solche „Knäste“.

 

Transporte im Sommer

Wenn es warm ist, sollte man wasserhaltiges Frischfutter in die Box geben (zusätzlich zum Trockenfutter). Ist es sehr heiß, kann man ein feuchtes Handtuch über Box legen. Dass die Box nicht in der prallen Sonne stehen sollte, versteht sich von selbst.

 

Transport im Winter

Die Box bitte nicht im Auto zu nah an die Heizung stellen, auch wenn es sicher gut gemeint ist. Sofern möglich, das Auto warm laufen lassen bzw. die Standheizung einschalten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte die Tiere warm einpacken (was für den Weg zum Auto u.U. sowieso sinnvoll ist). Dazu eignen sich für die gängigen Transportboxen die großen blauen Ikea-Taschen wunderbar. Legt man dann noch eine Decke um die Box, sind die Ratten erstmal geschützt. Im Auto kann man, wenn es nicht mehr zu kalt ist, die Decke etwas lockern, damit die Tiere frische Luft bekommen. Trockenfutter sollte, zumindest bei längeren Strecken, in der Box liegen, Frischfutter ist im Winter kein Muss, kann aber auch nicht schaden.