Ratten – was ist vor/bei der Anschaffung zu beachten?

Man möchte Ratten – aber woher?

An wen kann man sich wenden? Woran erkennt man gut sozialisierte gesunde Tiere? Wer hilft mir bei Problemen später? Für wen sind Ratten geeignete Haustiere?

Zooladen, Züchter, Vermehrer, Notfallvermittlung, Tierheim oder der Futtertierzüchter von nebenan? Oder studiert man doch lieber Inserate?

Fragen über Fragen, die wir beantworten und beleuchten möchten.

Ratten sind als Haustiere für Kinder nur geeignet, wenn die Eltern dahinter stehen und die Tiere (im Hintergrund) mitversorgen. Im Grunde gilt dies aber wohl für alle Kleintiere.
Ratten können teuer werden (Tierarzt), es ist nicht selten, dass man mal zum Not-Tierarzt muss oder Kinder Symptome übersehen/verkennen (Atemgeräusche für „reden“ halten, etc.).

Zooläden sind keine gute Wahl. Zum einen unterstützt man damit den Verkauf von Tieren und ihre Vermehrung, sorgt, indem man Tiere kauft, für „Nachschub“ bzw. Nachfrage, und weiß in den seltensten Fällen, was auf einen zu kommt. Nicht selten erleben wir in den Foren, dass die Tiere aus Zooläden krank sind, selten nach Geschlechtern getrennt wurden, die Rattenweibchen oft trächtig gekauft werden, meist selbst noch halbe „Kinder“ sind, etc. pp. Was wir ebenfalls oft lesen ist, dass die Tiere nicht gut an die Hand gewöhnt, scheu und misstrauisch sind dem Menschen gegenüber, was sich bei einem unsicheren Umgang mit ihnen, wie es bei Anfängern häufig der Fall ist, schnell zum Beißen entwickeln kann.

Aber vor allem: Tiere sind keine Ware wie Brot, Butter, Wurst … Deshalb sollten sie auch nicht als solche behandelt werden. Es gibt genug Tiere in Tierheimen oder bei privaten Vermittlungsstellen.

Das Argument ist hier, wie auch bei Futtertieren oft: Man rettet sie. Man rettet aber eigentlich kein Tier, man beschleunigt für ein anderes nur, dass es den Zweck erfüllt, den das vermeintlich gerettete Tier erfüllen sollte. Man könnte sagen, man besiegelt damit das Schicksal einer anderen Ratte …

Wem „second hand“-Tiere nicht zu sagen, und wer Wert auf Zucht legt, sollte aber dennoch die Finger von Vermehrern lassen, die nicht wissen, was sie tun. Wie man einen seriösen Züchter von einem Vermehrer unterscheidet, wird im Bereich „Zucht vs. Notfallvermittlung“ genauer erläutert.

Zu einem Futtertierzüchter sollte nur gehen, wer starke Nerven hat. Das Wissen, dass diese Tiere primär zur Verfütterung gezüchtet/vermehrt werden, ist nicht für jeden leicht zu ertragen. Noch dazu sollte man auch hier drauf achten, wie die Haltung ist, der Umgang mit den Tieren, und wie die Tiere drauf sind, s. auch www.bioratten.de

Wer Tiere mit Tierschutzgedanken aufnehmen möchte, wird in jedem Fall in der Notfallvermittlung oder Tierheimen fündig. Selbst wenn vor Ort bzw. in erreichbarer Nähe nichts zu finden sein sollte, lassen sich Transporte immer machen. Das ist für die Tiere kein großer Stressfaktor, da sie erfahrungsgemäß während Zug- oder Autofahrten sowieso schlafen 🙂

Bei Inseraten sollte man immer vorsichtig sein, vorher genaue Fragen stellen über die Haltung und das Wissen der Leute. Gerade für Anfänger kann es schwer sein, wenn sie die Tiere dann nehmen, die aber so gar nicht zahm sind, weil die Vorbesitzer sich nicht genügend beschäftigt haben, die Tiere falsch behandelt haben, etc.

Generell gilt: Am besten sich vor Ort selbst ein Bild machen, um sicher zu gehen.

Um das Passende zu finden, was mit einem das Heim bzw. den vorhandenen Ratten den Käfig teilen soll, muss man in jedem Fall Geduld haben …

Man kauft schließlich kein Möbelstück 🙂

Die Ratten selbst betreffend gilt (unabhängig von der Herkunft):

  • sie sollten gesund sein (klare, glänzende Augen, schönes Fell, etc.),
  • für Rattenanfänger sollten sie aufmerksam sein, neugierig, am Menschen interessiert, nicht beißen,
  • die Haltung sollte artgerecht sein, keine verdreckten viel zu kleinen Käfige,
  • es sollten Infos über evtl. Krankheiten/Charaktereigenschaften/Macken gegeben werden können

In jedem Fall gilt:
Man sollte sich im Vorfeld intensiv Gedanken machen, ob Ratten das geeignete Haustier sind.
Hier und da passiert es, dass ihnen Dinge zum Opfer fallen, aber auch, dass sie krank werden, und die Kosten dann nicht gerade gering sind. Ein rattenerfahrener Tierarzt ist u.U. nicht leicht zu finden – hier sollte man sich frühzeitig kümmern und nicht erst, wenn ein Notfall ansteht.
Ganz zu schweigen für die Anschaffungskosten für Käfig, etc.

Dazu kommt, dass man sich überlegen sollte, wer die Tiere im Falle eines Urlaubs oder Krankenhausaufenthaltes versorgt. Gerade weil sie nicht jedermanns Sache sind, könnte das schwierig werden. Es sollte auch jemand sein, der auf Krankheiten zu achten weiß. In Rattenforen gibt es oft Urlaubsbetreuungsangebote.

  • Sind meine Eltern/Mitbewohner mit Ratten als Haustieren einverstanden?
  • Hat irgendwer im Haushalt eine Tierhaarallergie?
  • Kann ich mir die Anschaffung eines artgerechten Käfigs leisten?
  • Habe ich mich im Vorfeld ausreichend über deren Haltung und Ansprüche informiert?
  • Bin ich bereit für evtl. höhere Tierarztkosten aufzukommen?
  • Wer betreut meine Tiere, wenn ich im Urlaub oder Krankenhaus bin?
  • Bin ich mir im klaren darüber, dass Ratten max. 2-3 Jahre alt werden?
  • Habe ich mir schon überlegt, wo/wie sie dann ihren Auslauf bekommen (abgetrennte Ecke, Badezimmer, etc. – alles rattensicher)?
  • Habe ich ein Problem mit den negativen Seiten der Rattenhaltung? Dass sie u.U. nicht stubenrein, auch mal krank werden, dämmerungsaktiv, neugierig sind und in die unmöglichsten Ecken und Winkel kommen, wenn sie wollen und nichts vor ihnen sicher ist, was ich nicht sicher mache?
  • Sollen es lieber Weibchen oder Böckchen sein? Böcke sind oft für Kinder eher geeignet, da sie etwas ruhiger sind als Weibchen. Böckchen werden größer und griffiger, Weibchen sind agil und wuselig. Ausnahmen gibt es natürlich immer 🙂